Geotop Steinachklamm

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Geo-Gütesiegel für die Steinachklamm im Frankenwald
'Bayerns schönste Geotope'

Auftakt der Geotop-Prämierungen 2008:
+++ Als erstes Geotop 2008 wurde heute die Steinachklamm im Landkreis Kulmbach in die Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. „Die sagenumwobene Steinachklamm ist nicht nur ein landschaftliches Kleinod, sondern wegen ihres einzigartigen vulkanischen Gesteins auch ein besonderes Geotop", sagte Dr. Bernd Matthes, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) bei der Übergabe des Geotop-Gütesiegels an den Forstbetrieb Nordhalben und an die Kommunen Presseck und Stadtsteinach. Als Kulmbacher kennt Matthes die Gegend wie seine Westentasche. Ursache der Engstelle ist der sogenannte „Quarzkeratophyr", ein sehr hartes Gestein aus dem Erdaltertum, in dem der Fluss nur einen engen, felsigen Durchbruch schaffen konnte: die heutige Steinachklamm. Ein vom LfU herausgegebenes Faltblatt mit dem Titel „Eingeklemmt!" erläutert die geologischen Besonderheiten und die Entstehung dieses „steinalten Naturschatzes". +++

Geotope sind bemerkenswerte Werke der Natur, deren Attraktivität es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen gilt. Für jeden der schönsten Geotope bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit alles Wissenswerte über die Geologie 'mitzunehmen'. Einschließlich der Steinachklamm wurden bislang insgesamt 63 Objekte mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet, davon 12 in Oberfranken. In die Bestenliste wurden im Frankenwald bereits der Diabasbruch Galgenberg, der Marmorbruch Horwagen, Oertels Dachschieferbruch und der Eklogit am Weissenstein aufgenommen.

Das Eintreffen der Gäste







Die Steinachklamm


Seine letzte offizielle Amtshandlung, Erhard Hildner, 1.Bgm von Presseck

Erhard Hildner erzählt uns die Sage von der Steinachklamm:

Die Sage von der Steinachklamm:

Als Thor noch auf seinem Bocksgespann über das Land brauste, kam er einst in den Frankenwald. Auf einem Felsen, den er aus dem Wald aufragen sah, machte er Halt und ließ seine Tiere verschnaufen. Da kam ein Bächlein daher. Seine Wellen umspülten den Fels und suchten sich einen Weg. Doch nirgends fand sich eine Lücke, und das hurtige Bächlein war zum Verweilen gezwungen.
Da sah es oben auf der Höhe des Felsens Thor sitzen. „Schaff mir einen Weg zum Meere", bettelte das Bächlein und Thor, der an dem kecken Bergkind seine Freude hatte, nahm seinen Hammer und schleuderte ihn mit aller Kraft gegen die Felswand. Die Steine brachen und gaben den Weg frei. Lustig sprangen die Wellen über die Felsbrocken und eilten weiter. Steinaha, steiniges Wasser, hieß von nun an das Bächlein, und der Felsdurchbruch ist die Steinachklamm.
Thor sah dem Bächlein lange nach. „Du kannst mir auch einen Gefallen tun', sagte er zu ihm. „Gerne, gerne", riefen die Wellen und gluckerten vor Vergnügen. Thor sprach weiter: „Ich baue mir hier in diesem versteckten Talwinkel eine Waffenschmiede, und die maßt du mir treiben'! Bald plätscherten die Wellen vergnügt über die großen Radschaufeln und hoben drinnen in der Hütte die riesigen Hämmer. Lustig hallten die Schläge durch das Tal, und die Männer draußen im Lande trugen Streithämmer und Streitäxte, Schwerter und Speere aus dem Waffenhammer des Nordwaldes. So die Sage.

2.Bgm Stadtsteinach Herr Franz Schrepfer

Forstbetriebsleiter Herr Fritz Maier





Dr. Bernd Matthes

Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt

Das Steinachtal - Viel Geologie auf kleinem Raum

Das tief eingeschnittene Steinachtal ist nicht nur eines der eindrucksvollsten Täler des Frankenwaldes, es ist auch für seinen vielseitigen geologischen Aufbau bekannt. Hier können rund 70 verschiedene Gesteine unterschieden werden.

Steinachklamm

Besonders auffällig ist im Steinachtal die felsige Engstelle der Steinachklamm. Die Felsen bestehen hier aus einem besonders harten vulkanischen Gestein. Wo und wann genau der zugehörige Vulkanismus stattfand, ist nicht bekannt. Das liegt daran, dass das Gestein der Steinachklamm ein nur wenige hundert Meter großes, isoliertes Vorkommen darstellt, das rundherum von anderen Gesteinen umgeben ist. Diese Situation kam zustande, als sich während einer Gebirgsbildung bereits Teile des Gebirges heraushoben, während im benachbarten Meeresbecken noch Sedimente abgelagert wurden. Durch das ausgeprägte Relief und tektonische Bewegungen lösten sich Gesteinspakete und glitten in das tiefer liegende Becken, wo sie mit Sedimenten überdeckt wurden. Das Vulkangestein der Steinachklamm ist so eine exotische „Gleitscholle".
In der Erdneuzeit hob sich das Gebiet des Frankenwaldes relativ zu seinem Vorland. Dadurch kam es zu verstärkter Erosion und einem tiefen Einschneiden der Täler. Durch die im Steinachtal liegende Scholle aus sehr hartem Vulkangestein konnte der Fluss nur einen engen, felsigen Durchbruch, die heutige Steinachklamm, schaffen.
Aufgrund der geologischen und landschaftlichen Einzigartigkeit ist die Steinachklamm als Naturdenkmal ausgewiesen. Sie liegt außerdem im Landschaftsschutzgebiet „Steinachtal mit Nebentälern".

Fakten-Kasten zum Geotop 'Steinachklamm'

• Das tief eingeschnittene Steinachtal, eines der eindrucksvollsten Täler des Frankenwaldes, ist für seinen vielseitigen geologischen Aufbau bekannt. Besonders auffällig ist hier die felsige Engstelle der Steinachklamm.

• Die Felsen bestehen aus einem besonders harten vulkanischen Gestein. Wo und wann genau der zugehörige Vulkanismus stattfand, ist nicht bekannt. Das liegt daran, dass das Gestein der Steinachklamm ein nur wenige hundert Meter großes, isoliertes Vorkommen darstellt, das rundherum von anderen Gesteinen umgeben ist. Diese Situation kam zustande, als sich während einer Gebirgsbildung vor rund 350 Millionen Jahren bereits Teile des Gebirges heraushoben, während im benachbarten Meeresbecken noch Sedimente abgelagert wurden. Durch das ausgeprägte Relief und tektonische Bewegungen lösten sich Gesteinspakete und glitten in das tiefer liegende Becken, wo sie mit Sedimenten überdeckt wurden. Das Vulkangestein der Steinachklamm ist so eine exotische „Gleitscholle".

• In der Erdneuzeit hob sich das Gebiet des Frankenwaldes relativ zu seinem Vorland. Dadurch kam es zu verstärkter Erosion und einem tiefen Einschneiden der Täler. Durch die im Steinachtal liegende Scholle aus sehr hartem Gestein konnte der Fluss nur einen engen, felsigen Durchbruch, die heutige Steinachklamm, schaffen.


Die Überreichung des Geo-Gütesiegels

... an die Marktgemeinde Presseck

... an die Stadt Stadtsteinach

Enthüllung der Schautafel

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